„Kritik an LUBW-Untersuchung sachlich nicht richtig“

Einordnung der ZDF-Reportage „Infraschall – Unerhörter Lärm“

Janosch Blaul, Wölfel

Mit ihrer Kritik an dem Messbericht „Tieffrequente Geräusche inkl. Infraschall von Windkraftanlagen und anderen Quellen“ der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) stellen die Autoren der ZDF-Reportage grundsätzlich die Messverfahren von Behörden infrage. Es entsteht der Eindruck, die LUBW habe bewusst Frequenzspitzen im Infraschall-Bereich „weggemittelt“ und damit die Ergebnisse der Untersuchung „geschönt“. Dies ist nicht richtig.

Der Film zeigt eine Grafik aus der LUBW-Studie, in der gemessene Infraschall-Immissionen einer Windenergieanlage mit einer Frequenzauflösung von 0,1 Hz dargestellt werden. In der Erläuterung dieser Grafik durch Dr. Lars. Ceranna von der Bundesanstalt für Geowissenschaften (BGR) entsteht der Eindruck, dass bei einer höheren Frequenzauflösung in der Darstellung der Messergebnisse nicht nur die Frequenzspitzen gegenüber dem Hintergrundgeräusch stärker hervortreten, sondern auch der Pegel der gezeigten Infraschall-Immission ansteigen würde. Sprich: Dass die Infraschall-Immission eigentlich höher ist als vom LUBW dargestellt. Dies ist nicht richtig.

Herr Dr. Ceranna bestätigte auf Anfrage, dass er hier versehentlich einen Fehler in der Darstellung gemacht hat.

Es ist richtig, dass bei einer höheren Frequenzauflösung die Peaks auch in Abständen größer als 700 Meter erkennbar gewesen wären. Der Grund dafür liegt in höheren Mittelungszeiten, die für eine hohe Frequenzauflösung notwendig sind, durch die dann der windinduzierte Anteil des Infraschalls herausgemittelt wird.

Die Frequenzauflösung von 0,1 Hz ist bewusst gewählt, da sie sicherstellt, dass sowohl die Pegel der Infraschall-Immission bestmöglich erkannt werden als auch Peaks in einzelnen Frequenzen. Bei einer höheren Frequenzauflösung hätten leichte Schwankungen in den Windgeschwindigkeiten eine Verteilung der Energie auf mehrere Frequenzbänder bewirkt und somit das Pegelniveau der Frequenzspitzen reduzieren können.

Ziel der Untersuchung des LUBW war es, die Infraschallpegel moderner Windenergieanlagen den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Wahrnehmungsschwelle von Menschen gegenüberzustellen. Dies wurde sehr gewissenhaft gemacht, sowohl in den Messungen wie auch in den Auswertungen.

Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass die Infraschall-Immissionen von Windenergieanlagen schon in direkter Nähe zur Anlage, vor dem Hintergrund des aktuellen Wissenstandes, deutlich unterhalb der menschlichen Wahrnehmung liegen.

Anm.: Die Firma Wölfel hat für die Untersuchung „Windenergie und Infraschall“ im Auftrag des LUBW die Schall-Messungen durchgeführt.

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