Warum eigentlich ständig diese IMMI-Updates?

Schon wieder ein IMMI-Update mit Fehlerbehebungen oder Korrekturen … Manch ein Anwender fragt genervt, warum das so sein muss. Schließlich wird IMMI seit vielen Jahren kontinuierlich und von einem kompetenten Entwicklungsteam weiterentwickelt, oder?

Fehlerfreie Software – gibt es die?

Jede ernstzunehmende Software-Entwicklung muss das Ziel haben, fehlerfreie Produkte auszuliefern. Die Praxis lehrt jedoch, dass dieses Ziel bei komplexer Software trotz aller Bemühungen um Qualitätssicherung nicht mit hundertprozentiger Sicherheit zu erreichen ist. In die abertausenden Zeilen Software-Code schleichen sich immer mal wieder – teilweise gut versteckte – Fehler ein, die plötzlich erkannt werden. Unzählige Untersuchungen zu Software-Projekten und die tägliche Erfahrung beim Umgang mit millionenfach eingesetzten Produkten zeugen davon.

Das ist natürlich auch bei IMMI nicht anders. Wann immer ein solcher Fehler in der Software erkannt wird, wird er in seiner Bedeutung eingestuft. Wenn er sich im gravierendsten Fall auf das Berechnungsergebnis auswirkt, wird er unseren Anwendern schnellstmöglich bekanntgemacht und mit einem außerplanmäßigen Update behoben. Fehler, die sich nicht auf das Ergebnis auswirken, werden gesammelt und mit dem nächsten planmäßigen Update der Software beseitigt – zusammen mit der Ergänzung von Leistungsmerkmalen.

Nicht immer ist IMMI „schuld“

In vielen Fällen ist aber die Software selbst gar nicht „schuld“ an Änderungen und Korrekturen. IMMI setzt Regelwerke beziehungsweise Berechnungsvorschriften um und die sind häufig Änderungen unterworfen. Natürlich erwartet der IMMI-Anwender nach Erscheinen einer solchen Vorschrift die unverzügliche Umsetzung in der Software, so dass er sie anwenden kann. Allerdings werden Interpretationslücken der Vorschriften häufig erst nach der Veröffentlichung entdeckt, in den Fachgremien – etwa dem NALS-Sonderausschuss „Qualitätssicherung von Software“ oder dem NALS-Expertenkreis „Schallausbreitung“ – diskutiert und geschlossen. Testaufgaben, die spezielle Situationen abprüfen oder ergänzende Hinweise werden zu diesem Zweck erst nach gewisser Zeit veröffentlicht. So vergehen unter Umständen Wochen oder Monate, bis die Vorgehensweise endgültig geklärt ist und dies in der Software berücksichtigt werden kann.

Praxisbeispiele: RLS-19 und CNOSSOS für die Lärmkartierung

Aktuelle Beispiele für solche „späten Erkenntnisse“ sind die RLS-19 oder die nationale Umsetzung von CNOSSOS für die Lärmkartierung:

  • Mit Änderung der 16. BImSchV, der „Verkehrslärmschutzverordnung“, vom 4. November 2020 gilt die „neue“ RLS-19 (Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen – Ausgabe 2019). Erst im Laufe des Jahres 2021 wurden einzelne Interpretationslücken geschlossen und entsprechende Testaufgaben von den Fachgremien beschlossen, etwa beim Umgang mit Parkplätzen oder bei der konkreten Anwendung des Reflexionskriteriums mit doppelter Reflexion. Sie werden als DIN/TR 8999-1 erscheinen.
  • Ähnliches gilt für die nationale Umsetzung von CNOSSOS zur Lärmkartierung in Gestalt der Berechnungsmethode für den Umgebungslärm von bodennahen Quellen (Straßen, Schienenwege, Industrie und Gewerbe) – BUB beziehungsweise BUF (Fluglärm) und BEB (Belastetenanalyse). Die letzte Änderung dieser Berechnungsvorschriften wurde mit Festschreibung der 34. BImSchV vom 5. Oktober 2021 offiziell und beinhaltet beispielsweise veränderte Tabellen als Eingangsdaten für die Emissionsermittlung. Entsprechend angepasste Testaufgaben zur Ermittlung der Emissionen von Straßen, Schienenwegen, Industrie und Gewerbe sind in Arbeit und werden als DIN/TR 8999-2 bis -4 erscheinen, sind aber noch nicht veröffentlicht. Auch hier können sich gegebenenfalls noch Änderungen ergeben.

Sobald der Software-Entwicklung derartige Anpassungen sicher bzw. offiziell vorliegen, werden sie umgesetzt und führen zu einem Software-Update, das – so schnell es geht – an die Anwender ausgeliefert wird.

Mit Wartungsvertrag immer auf dem neusten Stand

Häufig ist also gar nicht IMMI selbst Ursache für notwendige Updates, sondern eine veränderte beziehungsweise „bereinigte“ Vorschriftenlage. Gut, wer als IMMI-Anwender einen Wartungsvertrag abgeschlossen hat! Kontaktieren Sie uns gerne für weitere Informationen dazu.

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