Schallimmissionsschutz – Analyse und Lösung schalltechnischer Herausforderungen von der Bauleitplanung bis zum Schallschutzgutachten

Schallemissionen, insbesondere von Verkehr und Industrie, stellen einen relevanten negativen Umwelteinfluss dar. Viele Bürger klagen über hohe Lärmbelastungen. Im Rahmen der städtebaulichen Planung besteht also ein Spannungsfeld zwischen dem Schutz der Bevölkerung einerseits und der wirtschaftlichen und kulturellen Weiterentwicklung der Stadt andererseits. Durch die zunehmende Urbanisierung und das steigendes Verkehrsaufkommen wird dieser Konflikt zusätzlich verstärkt.

Die Planung neuer Verkehrswege und gewerblich genutzter Areale sowie die Erschließung von Wohnbauflächen erfordert vor diesem Hintergrund eine umfassende Analyse und detaillierte Prognose. Um Konflikte und hohe zusätzliche Kosten durch nachträgliche Lärmminderungsmaßnahmen zu vermeiden, gilt es, die potenzielle Überschreitung von Grenzwerten frühzeitig zu erkennen und innovative Lösungen zu entwickeln.

Als nach DIN EN ISO/IEC 17025:2018 akkreditierte und nach § 29b BImSchG bekannt gegebene Messstelle für die Ermittlung von Emissionen und Immissionen von Geräuschen unterstützen wir Sie in allen Fragen des Schallimmissionsschutzes. Zur Lärmberechnung setzen wir unsere eigens entwickelte Software IMMI ein.

Unser Leistungsportfolio im Bereich Schallimmissionsschutz

Wir messen Schallimmissionen mit modernster Messtechnik, erstellen Ausbreitungssimulationen und stehen beratend bei rechtlichen sowie technischen Fragestellungen des Immissionsschutzes zur Verfügung. Darüber hinaus entwickeln wir optimierte und rechtssichere Lösungen für schalltechnische Problemstellungen aus den folgenden Bereichen:

  • Baulärm
  • Arbeitsplatzlärm
  • Verkehrslärm – vom Einzelbauvorhaben bis hin zu überregionalen Machbarkeitsuntersuchungen
  • Gewerbe- und Industrielärm – nach TA Lärm
  • Sport- und Freizeitlärm

Wir haben langjährige Erfahrung und erstellen rechtssichere Gutachten in der Bauleitplanung, der Geräuschkontingentierung und im Lärmmonitoring.

Immissionsschutz im Bereich Verkehrslärm

Verursacht von Autos, LKWs, Zügen und Flugzeugen ist Verkehrslärm insbesondere in Ballungsräumen seit Langem eines der größten Probleme im Immissionsschutz. Laut einer im Jahr 2018 vom Umweltbundesamt durchgeführten Umfrage fühlen sich 75 Prozent der deutschen Bevölkerung von Straßenverkehrslärm, 42 Prozent von Flugverkehrslärm und 35 Prozent von Schienenverkehrslärm gestört oder belästigt. Zusätzlich zur sinkenden Lebensqualität entstehen auch Gefahren für die Gesundheit. Bei dauerhaft hoher Belastung drohen beispielsweise Herz- und Kreislauferkrankungen.

Grundsätzlich gibt es für die verschiedenen Arten von Verkehrslärm unterschiedliche Regelungen und Richtlinien. Beim Bau und bei wesentlichen Änderungen von bestehenden Straßen und Schienenwegen müssen beispielsweise die in der Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchG) festgesetzten Immissionsgrenzwerte eingehalten werden. Bestehende Verkehrswege werden hiervon nicht abgedeckt. Nichtsdestotrotz gibt es vielerorts auch hierfür Programme zur Lärmsanierung.

Schutz vor Verkehrslärm fängt beim Einzelnen und im Kleinen an. Um die Lärmbelastung deutlich zu reduzieren, müssen jedoch verschiedene Maßnahmen kombiniert werden. In der Regel gilt es zunächst, Lärmquellen zu vermeiden. Ist das nicht möglich, wird geprüft, ob die Lärmquelle zeitlich oder räumlich verlagert werden kann. Anschließend müssen Maßnahmen zur Lärmminderung – wie zum Beispiel niedrigere Geschwindigkeiten – erarbeitet werden. Der letzte Schritt sind Ausgleichsmaßnahmen für die Betroffenen. Dazu zählen beispielsweise Lärmschutzfenster oder Entschädigungen.

Unser Leistungsportfolio im Bereich Verkehrslärm: Wir erstellen Lärmprognosen und -berechnungen sowie Schallimmissionsgutachten bei Straßenlärm, Schienenlärm und Fluglärm

Wir gehen Verkehrslärm auf den Grund, indem wir Lärm und Lärmquellen sichtbar machen. Darauf aufbauend erarbeiten wir effektive Maßnahmen zur Lärmminderung.

Berechnung von Straßenverkehrslärm nach RLS-19

Seit 2019 liegt für den Straßenverkehrslärm eine überarbeitete Berechnungsvorschrift vor, die unter anderem neue, lärmarme Deckschichten berücksichtigt und die heutige Lärmbelastung besser abbildet. Darauf haben wir lange gewartet, um den Lärm jetzt noch genauer berechnen zu können.

Berechnung von Schienenverkehrslärm nach Schall 03

Seit 2015 wird Schienenverkehrslärm nach der überarbeiteten Schall 03 berechnet. Angesichts jetzt teils deutlich höherer Pegel sind wir somit angehalten, erheblich bessere Schallschutzmaßnahmen zu planen – darauf sind wir bestens vorbereitet.

Berechnung von Fluglärm

Wir berechnen Fluglärm nach nationalen und internationalen Regelwerken:

  • Fluglärmschutzzonen nach Fluglärmgesetz (AzB/AzD)
  • Lärmkarten nach EU Umgebungslärmrichtlinie (BUF) und europäischen Richtlinien (ECAC. CEAC. Doc. 29)
  • Lärmbelastung an Landeplätzen und Sonderlandeplätzen (Helikopter) gemäß DIN 45684 und den Hinweisen des LAI

Außerdem optimieren wir Flugrouten nach Lärmbelastungskriterien als Basis für Abwägungsverfahren und verfügen über weitreichende Erfahrungen im Bereich Fluglärm-Monitoring.

Wölfel war auch am Forschungsprojekt des Umweltbundesamtes "Bewertung von Flugrouten unter Lärmwirkungsaspekten" beteiligt. Zusammen mit den Partnern Lärmkontor, OTSD und konsalt wurde ein Verfahren zur lärmwirkungsgerechten Beurteilung von Flugrouten entwickelt. Lesen Sie den Abschlussbericht auf der Website des Umweltbundesamts.

Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung nach Umgebungslärmrichtlinie 2002/49/EG

Entsprechend Umgebungslärmrichtlinie (Richtlinie 2002/49/EG) müssen die zuständigen Behörden die aktuelle Lärmsituation für Ballungsräume, Hauptverkehrsstraßen, Haupteisenbahnstrecken und Großflughäfen ermitteln, visualisieren und bewerten. Die Belastung wird hierbei gemäß § 5 Abs. 1 der 34. BImSchV nicht gemessen, sondern mit Hilfe von validierten Methoden berechnet – einmal für den gesamten Tag (24 Stunden, LDEN) und einmal für die Nacht (LNight). Die Ergebnisse werden farblich abgestuft in sogenannten Lärmkarten dargestellt, sodass auf den ersten Blick deutlich wird, wo Grenzwerte überschritten werden. Solche Lärmkarten müssen jeweils getrennt für die einzelnen Lärmarten Straßen-, Schienen-, Flug- und Gewerbelärm erstellt und in regelmäßigen Abständen überprüft bzw. bei Bedarf überarbeitet werden.

Auf Basis dieser Lärmkarten werden im Anschluss unter Mitwirkung der Öffentlichkeit Strategien und Maßnahmen zur Lärmminderung/Lärmbekämpfung sowie zum Schutz ruhiger Gebiete erarbeitet. Mit Hilfe dieser Lärmaktionspläne sollen „Lärmbrennpunkte“ – also Bereiche, in denen die Lebensqualität und Gesundheit der Bewohner beeinträchtigt wird – vermieden werden. Die Ergebnisse können außerdem in die städtebauliche Planung einfließen.

Unser Leistungsportfolio im Bereich Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung

Wir haben langjährige Erfahrung in der Lärmkartierung nach Umgebungslärmrichtlinie 2002/49/EG für Straßenverkehrslärm, Schienenverkehrslärm, Industrielärm und Fluglärm

  • in Deutschland nach Maßgabe der Anforderungen der Verordnung über die Lärmkartierung (34. BImSchV) in Verbindung mit § 47 BImSchG nach den aktuellen Berechnungsvorschriften BUB, BEB und BUF sowie
  • EU-weit nach nationalen Regelwerken.

Wir beraten Landesbehörden, Kommunen und Ballungsräume bei der Beschaffung der Eingangsdaten, erstellen Berechnungsmodelle, berechnen Lärmkarten/Belastungen und unterstützen bei der Berichterstattung an die EU sowie der Abstimmung mit den Trägern öffentlicher Belange.

Im Rahmen der Lärmaktionsplanung ermitteln wir Belastungsschwerpunkte, erstellen genehmigungsfähige Minderungskonzepte in enger Zusammenarbeit mit den Planungsgremien, weisen die Wirksamkeit von Maßnahmen nach und planen ruhige Gebiete.


Kontaktieren Sie uns gerne persönlich

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Wir beraten Sie gerne bei Fragen rund um Lärm, Luftschadstoffe und Erschütterungen.

Dr. rer. nat. Daniel Höhne-Mönch
Höchberg

Dipl.-Geophys. Sebastian Ibbeken
Berlin